Wenn Selbsthass dein Leben eng macht – Wege in die Selbstfreundschaft

Manchmal gibt es diesen leisen Satz in dir…

Vielleicht taucht er auf, wenn du einen Fehler machst, wenn jemand dich kritisiert oder wenn du dich im Spiegel siehst: „Ich bin nichts wert.“ Solche Momente können tief treffen. Selbsthass wirkt still, aber kraftvoll wie ein innerer Angriff, den niemand sieht, außer dir selbst. Viele Menschen kennen dieses Gefühl. Es entsteht oft langsam, über Jahre hinweg, und irgendwann denkst du, es sei „normal“, so mit dir zu sprechen. Doch Selbsthass ist kein Charakterzug. Es ist ein erlernter Schutzmechanismus und einer, den du wieder verlernen darfst.

Warum Selbsthass entsteht und warum er so stark wirkt

Selbsthass ist nichts, womit wir geboren werden. Er entsteht aus Erfahrungen, Kommentaren, Vergleichen, Erwartungen oder Situationen, in denen du dich klein, falsch oder ungenügend gefühlt hast. Das Gehirn versucht, aus diesen Momenten Regeln abzuleiten:

  • „Wenn ich mich klein mache, werde ich nicht verletzt.“

  • „Wenn ich streng bin, mache ich keine Fehler.“

  • „Wenn ich mich kritisiere, bevor es jemand anderes tut, tut es weniger weh.“

Selbsthass ist also oft ein Versuch deines inneren Systems, dich zu schützen nur leider auf eine Art, die langfristig verletzt und erschöpft.

Mini-Übung: Eine Minute Selbstfreundlichkeit

Setz dich bequem hin, beide Füße auf den Boden. Lege eine Hand auf dein Herz oder deinen Bauch. Atme einmal tief ein und aus. Dann stell dir folgende Frage: „Wie würde ich gerade mit einem Menschen sprechen, den ich liebe?“ Bleib einen Moment mit dieser Haltung in dir. Es geht nicht um große Veränderungen, sondern um eine erste kleine Weichheit in deinem Inneren. Diese Übung dauert weniger als eine Minute und öffnet oft einen ersten Spalt in einer Tür, die lange verschlossen schien.

Gedanken überprüfen: Schritt für Schritt zu mehr Selbstfreundschaft

In meiner Arbeit mit der praktischer und integrativer kognitiver Verhaltenstherapie und The Work lade ich dich ein, die Gedanken hinter deinem Selbsthass liebevoll zu betrachten. Gedanken wie:

  • „Ich bin ein Versager.“

  • „Mit mir stimmt etwas nicht.“

  • „Ich verdiene nichts Gutes.“

fühlen sich oft absolut wahr an. Doch wenn wir sie gemeinsam anschauen, entsteht Raum für neue Perspektiven. Aus „Ich bin nichts wert“ kann langsam werden: „Ich habe schwere Erfahrungen gemacht und ich lerne gerade, liebevoller zu mir zu sein.“ Nicht perfekt. Nicht plötzlich. Aber Schritt für Schritt. Und genau so entsteht Selbstliebe: nicht als großes Gefühl, sondern als kleine tägliche Handlung von innerer Freundschaft.

Zum Mitnehmen

Selbsthass definiert dich nicht. Er ist ein altes Muster – kein Teil deiner Identität. Du darfst lernen, dir selbst auf eine Weise zu begegnen, die dich stärkt, statt dich klein zu machen. Und du musst diesen Weg nicht allein gehen. Wenn du merkst, dass die innere Härte zu stark geworden ist, begleite ich dich in meiner Praxis in Ulm gerne einfühlsam auf deinem Weg zu mehr Selbstfreundschaft. Melde dich jederzeit für ein Erstgespräch.