Vielleicht kennst du diese Momente:
Du versuchst alles im Blick zu behalten, planst im Voraus, sorgst dafür, dass nichts schiefgeht. Und trotzdem spürst du diese innere Anspannung, dieses Gefühl, dass etwas passieren könnte, wenn du nicht aufpasst. Kontrolle fühlt sich oft wie ein Schutz an. Wie eine innere Versicherung, die dir Sicherheit gibt, Ordnung, Stabilität. Doch gleichzeitig kann dieser Wunsch nach Kontrolle schwer werden: ein ständiger Druck, eine Angst, die nie richtig loslässt. Die Angst, Kontrolle zu verlieren, ist keine Schwäche. Sie ist eine Reaktion eines Nervensystems, das Sicherheit sucht.
Warum wir Kontrolle brauchen – und was dahintersteckt
Kontrolle ist ein psychologischer Mechanismus, der oft aus früheren Erfahrungen entsteht:
-
Situationen, in denen du dich ausgeliefert gefühlt hast
-
Momente, in denen etwas Unvorhersehbares passiert ist
-
strenge Erziehung oder hohe Erwartungen
-
Unsicherheit, die niemand aufgefangen hat
-
Verantwortung, die du früh tragen musstest
-
der Wunsch, Fehler oder unangenehme Gefühle zu vermeiden
Kontrolle gibt Struktur. Aber sie kann auch zu Daueranspannung führen. Der Körper bleibt im „Alarmmodus“, aus Angst, etwas Wichtiges zu verpassen oder zu verlieren.
Mini-Übung: Die 2-Minuten-Entlastung
Diese kleine Übung hilft, inneren Druck kurz zu lösen:
-
Setz dich hin, beide Füße auf dem Boden.
-
Atme einmal langsam ein und doppelt so lang wieder aus.
-
Sag innerlich während des Ausatmens: „Ich muss nicht alles kontrollieren.“
-
Beobachte deinen Körper: Wird etwas weicher? Wird die Atmung ruhiger?
Diese Übung unterbricht das automatische Kontrollprogramm für einen Augenblick.
Gedanken, die Kontrolle verstärken – und wie wir sie überprüfen
Hinter dem Bedürfnis nach Kontrolle stehen oft Gedanken wie: „Wenn ich loslasse, passiert etwas Schlimmes.“ „Ich muss alles im Griff haben.“„Ich darf keine Fehler machen.“„Ich bin verantwortlich für alles und jeden.“ „Ich muss vorbereitet sein.“ Diese Gedanken fühlen sich wahr an – aber sie spiegeln häufig alte Schutzstrategien wider. Mit piKVT und The Work überprüfen wir sie: Ist das tatsächlich wahr? Was passiert in dir, wenn du diesen Gedanken glaubst? Wie würde sich dein Körper anfühlen, wenn dieser Gedanke nicht da wäre? Aus „Ich muss alles kontrollieren“ kann langsam werden: „Ich darf vertrauen, Schritt für Schritt.“ Aus „Ich bin verantwortlich für alles“ wird: „Ich bin verantwortlich für meinen Teil – nicht für alles.“ Aus „Wenn ich loslasse, passiert etwas Schlimmes“ entsteht: „Ich darf ausprobieren, dass es auch sicher sein kann, wenn ich nicht alles steuere.“ Kontrolle wird weniger, wenn Sicherheit im Inneren wächst – nicht, wenn du im Außen mehr festhältst.
Zum Mitnehmen
Das Bedürfnis nach Kontrolle zeigt, dass dir Sicherheit wichtig ist. Es zeigt, dass du Verantwortung übernimmst, dass du vorsorgst, dass du dich um andere kümmerst. Doch du darfst lernen, nicht alles zu tragen. Du darfst Schritt für Schritt loslassen. Und du darfst erleben, dass Sicherheit auch ohne permanente Kontrolle möglich ist. Wenn du spürst, dass Kontrolle oder die Angst, sie zu verlieren, deinen Alltag oder deine Beziehungen belastet, begleite ich dich in meiner Praxis in Ulm gerne einfühlsam auf deinem Weg zu mehr innerer Entspannung. Melde dich jederzeit für ein Erstgespräch.