Vielleicht kennst du das auch:
- Kaum entsteht ein ruhiger Moment, greifst du automatisch zum Handy.
- Beim Essen läuft der Fernseher, unterwegs hörst du Podcasts oder Musik.
- Sobald Langeweile aufkommt, suchst du nach der nächsten Beschäftigung.
- Oder du merkst, dass Stille sich unangenehm anfühlt und du kaum noch weißt, was du einfach nur mit dir selbst anfangen sollst.
Viele Menschen leben heute in einer Welt voller Ablenkung. Social Media, Serien, Nachrichten, Podcasts oder künstliche Intelligenz sind jederzeit verfügbar. Das kann bereichern und entspannen, manchmal wird Ablenkung jedoch zu einer Gewohnheit, die uns immer weiter von uns selbst entfernt.
Warum wir uns so leicht ablenken
Unser Gehirn liebt Ablenkung. Sie verschafft uns kurzfristig Entlastung, Belohnung und oft auch ein angenehmes Gefühl von Kontrolle oder Verbindung. Doch häufig steckt hinter dem ständigen Beschäftigtsein noch etwas anderes. Ruhe bedeutet nämlich auch, den eigenen Gedanken und Gefühlen zu begegnen. Und genau das kann unangenehm sein. Vielleicht tauchen dann Sorgen auf. Einsamkeit. Selbstzweifel. Unerledigte Konflikte oder die Frage, ob das eigene Leben eigentlich noch stimmig ist. Dann wird Ablenkung unbewusst zu einem Schutz vor dem, was wir gerade nicht fühlen möchten.
Wenn wir den Kontakt zu uns selbst verlieren
Das Problem ist: Je häufiger wir unangenehme Gefühle sofort überdecken, desto weniger lernen wir, sie auszuhalten. Viele Menschen wissen heute ganz genau, was auf Social Media passiert, aber immer weniger darüber, wie es ihnen selbst eigentlich geht. Stille wird ungewohnt. Langeweile fühlt sich bedrohlich an. Und irgendwann fällt es schwer, einfach einmal ohne äußere Reize mit sich selbst zu sein. Dabei entsteht echter Selbstkontakt oft genau in diesen stillen Momenten.
Ablenkung ist nicht dasselbe wie Erholung
Natürlich dürfen Social Media, Serien oder Gespräche mit einer KI Freude machen und den Alltag erleichtern. Problematisch wird es erst dann, wenn sie dauerhaft den Platz einnehmen, den eigentlich wir selbst einnehmen sollten. Erholung bedeutet nicht nur, den Kopf zu beschäftigen. Erholung bedeutet auch: innehalten. Durchatmen. Sich selbst wahrnehmen. Denn manchmal brauchen wir nicht noch mehr Input, sondern wieder mehr Verbindung zu uns selbst.
Übung: Fünf Minuten nur mit dir
Vielleicht magst du heute einmal fünf Minuten bewusst auf jede Ablenkung verzichten. Kein Handy. Keine Musik. Kein Fernseher. Frage dich stattdessen:
- Was geht gerade in mir vor?
- Welche Gedanken oder Gefühle tauchen auf?
- Und wie fühlt es sich an, einfach nur mit mir selbst zu sein?
Es geht dabei nicht darum, sofort Ruhe zu finden. Sondern darum, dich selbst wieder bewusster wahrzunehmen.
Gedankenarbeit mit piKVT & The Work
Hinter ständiger Ablenkung stehen häufig Gedanken wie: „Ich muss beschäftigt sein“, „Ich halte Stille nicht aus“ oder „Sobald ich zur Ruhe komme, geht es mir schlechter“. Solche Gedanken führen oft dazu, dass wir uns immer wieder neue Reize suchen und den Kontakt zu unserem inneren Erleben vermeiden. In der Arbeit mit piKVT und The Work geht es darum, diese Gedanken behutsam zu hinterfragen. Nicht, um auf digitale Medien zu verzichten, sondern um wieder mehr Freiheit im Umgang mit ihnen zu gewinnen und sich selbst nicht aus dem Blick zu verlieren.
Zum Mitnehmen
Ablenkung ist nicht grundsätzlich etwas Schlechtes. Doch manchmal lohnt es sich zu fragen, ob sie gerade Erholung ist oder Flucht. Du darfst:
- innehalten
- Stille aushalten
- Langeweile zulassen
- deine Gedanken wahrnehmen
- und wieder lernen, gerne Zeit mit dir selbst zu verbringen.
Denn wer sich selbst wieder begegnen kann, braucht die ständige Ablenkung oft gar nicht mehr.Wenn du das Gefühl hast, dich zwischen Dauerreizen, Grübeln oder ständiger Beschäftigung selbst zu verlieren, begleite ich dich in meiner Praxis in Ulm gerne dabei, wieder mehr Verbindung zu dir selbst und deinem inneren Erleben zu finden.