Kennst du das auch?
Manchmal reichen Kleinigkeiten aus und plötzlich fühlt sich alles zu viel an. Man ist schneller gereizt, empfindlicher, erschöpfter oder emotionaler als sonst. Gedanken kreisen stärker, Konflikte wirken belastender und selbst kleine Entscheidungen können plötzlich überfordern. Gerade in PMS-Phasen erleben viele Frauen genau das und fragen sich gleichzeitig, ob sie sich „zusammenreißen“ müssten. Oft kommt dann schnell der Satz: „Das sind nur die Hormone.“ Doch so einfach ist es nicht.
Warum PMS uns beeinflussen kann
Hormone haben Einfluss auf unseren Körper und unsere Psyche. Sie können Stimmung, Energie, Schlaf, Reizbarkeit oder emotionale Sensibilität verändern. Das bedeutet jedoch nicht, dass Frauen „hormongesteuert“ sind oder Gefühle weniger ernst genommen werden sollten. Denn Gefühle entstehen nie nur durch Hormone allein. Auch Stress, mentale Belastung, Verantwortung, ungelöste Konflikte oder Erschöpfung spielen eine große Rolle. PMS macht oft sichtbarer, was innerlich ohnehin schon viel Kraft kostet. Und übrigens: Hormone beeinflussen nicht nur Frauen. Auch Männer erleben hormonelle Schwankungen, gesellschaftlich wird darüber jedoch meist ganz anders gesprochen.
Wenn alles schneller zu viel wird
Gerade in PMS-Phasen fällt es vielen Menschen schwerer, Grenzen zu setzen, Konflikte auszuhalten oder bei sich zu bleiben. Gefühle wirken intensiver und gleichzeitig steigt oft der Druck, trotzdem weiter funktionieren zu müssen. Dabei wäre genau jetzt häufig etwas anderes wichtig: langsamer werden. Nicht jede Diskussion sofort führen. Nicht jede Entscheidung sofort treffen. Nicht alles sofort lösen müssen. Denn nicht jede Emotion braucht unmittelbar eine Reaktion. Manchmal hilft es, sich bewusst zu erlauben, einen Schritt zurückzutreten und erst einmal wahrzunehmen, was eigentlich gerade los ist. Häufig reagieren wir in solchen Momenten empfindlicher, weil wir ohnehin schon erschöpft oder innerlich angespannt sind.
Übung: Einen Gang zurückschalten
Vielleicht magst du dich in solchen Momenten bewusst daran erinnern: „Ich darf langsamer machen. Ich muss nicht jeden Konflikt sofort klären. Nicht jede Entscheidung muss heute getroffen werden.“ Frage dich stattdessen: Was würde mir gerade wirklich guttun? Vielleicht ist es Ruhe. Vielleicht Rückzug. Vielleicht ein Gespräch mit jemandem, bei dem du dich nicht erklären musst. Manchmal brauchen wir nicht mehr Druck, sondern mehr Verständnis für uns selbst.
Gedankenarbeit mit piKVT & The Work
Gerade in emotional belastenden Phasen entstehen oft innere Bewertungen. Gedanken wie: „Ich übertreibe“, „Ich darf jetzt nicht so empfindlich sein“ oder „Ich muss trotzdem funktionieren“. Diese Gedanken wirken oft vertraut, erhöhen jedoch meist den inneren Druck zusätzlich. In der Arbeit mit piKVT und The Work geht es darum, solche Gedanken behutsam zu hinterfragen. Nicht, um Gefühle wegzumachen oder sich „zusammenzureißen“, sondern um einen verständnisvolleren Umgang mit sich selbst zu entwickeln. Oft entsteht dadurch mehr Ruhe, Klarheit und Selbstfürsorge.
Zum Mitnehmen
PMS bedeutet nicht, „schwierig“ oder „zu emotional“ zu sein. Manchmal ist es vielmehr ein Zeichen dafür, dass Körper und Psyche gerade sensibler reagieren. Du darfst langsamer machen. Du darfst Pausen brauchen. Und du musst nicht immer sofort funktionieren. Wenn du das Gefühl hast, ständig stark sein zu müssen oder deine Gefühle dich stark belasten, begleite ich dich in meiner Praxis in Ulm gerne dabei, einen verständnisvolleren Umgang mit dir selbst zu entwickeln.