Kennst du das auch:
- Du möchtest, dass andere endlich verstehen, dass du im Recht bist.
- Du gehst Situationen innerlich immer wieder durch und überlegst, was du noch hättest sagen sollen.
- Es fällt dir schwer, etwas einfach stehen zu lassen, wenn du dich unfair behandelt fühlst.
- Oder du merkst, wie viel Energie dich dieser innere Kampf kostet.
Viele Menschen kennen das Bedürfnis, auf dem eigenen Recht zu bestehen, besonders dann, wenn sie sich verletzt, missverstanden oder ungerecht behandelt fühlen. Denn hinter dem Wunsch, recht zu haben, steckt oft etwas Tieferes: das Bedürfnis, gesehen, verstanden oder ernst genommen zu werden.
Warum uns Recht haben so wichtig wird
Wenn Menschen unsere Sichtweise nicht nachvollziehen oder Dinge anders darstellen, entsteht oft innerer Widerstand. Gedanken kreisen darum, was unfair war, wer recht hat oder warum der andere die Situation nicht endlich versteht. Besonders schwierig wird es dann, wenn wir innerlich glauben:
„Erst wenn der andere einsieht, dass ich recht habe, kann ich loslassen.“ Doch genau dadurch machen wir unseren inneren Frieden häufig abhängig von etwas, das wir selbst gar nicht kontrollieren können.
Recht haben – und trotzdem innerlich leiden
Natürlich gibt es Situationen, in denen wir tatsächlich unfair behandelt wurden oder objektiv im Recht sind. Doch selbst dann bleibt oft die Frage: Wie viel Kraft kostet es mich, innerlich ständig weiterzukämpfen? Manche Menschen beschäftigen sich stundenlang oder tagelang mit Konflikten. Gespräche laufen innerlich immer weiter, Situationen werden analysiert und der Wunsch nach Gerechtigkeit nimmt immer mehr Raum ein. Dabei geht es irgendwann oft nicht mehr nur um die eigentliche Situation, sondern um das Gefühl, nicht verstanden oder respektiert worden zu sein.
Zwischen Klarheit und Loslassen
Loslassen bedeutet nicht automatisch, dass du plötzlich findest, alles sei in Ordnung gewesen. Und es bedeutet auch nicht, dass du dir alles gefallen lassen musst. Du darfst Grenzen setzen, Dinge ansprechen und für dich einstehen. Doch nicht jeder Konflikt muss bis zum Ende ausgekämpft werden, damit innerlich Ruhe entstehen kann. Manchmal entsteht Frieden erst dort, wo wir akzeptieren, dass andere Menschen die Dinge anders sehen, auch dann, wenn wir das unfair finden.
Übung: Den inneren Kampf wahrnehmen
Vielleicht magst du dich einmal fragen: Worum geht es mir eigentlich wirklich? Geht es nur darum, recht zu haben oder auch darum, verstanden zu werden? Und was würde passieren, wenn ich innerlich aufhöre, ständig weiterzukämpfen? Diese Fragen sollen nichts bewerten. Sie können lediglich helfen, den eigenen inneren Druck bewusster wahrzunehmen.
Gedankenarbeit mit piKVT & The Work
Bei Konflikten entstehen häufig Gedanken wie: „Das darf so nicht stehen bleiben“, „Der andere muss verstehen, dass ich recht habe“ oder „Erst wenn das geklärt ist, kann ich ruhig sein“. Solche Gedanken halten uns innerlich oft lange in Anspannung und Widerstand fest. In der Arbeit mit piKVT und The Work geht es darum, diese Gedanken behutsam zu hinterfragen. Nicht, um Ungerechtigkeit gutzuheißen oder sich alles gefallen zu lassen, sondern um wieder mehr inneren Frieden und Handlungsspielraum zu entwickeln.
Zum Mitnehmen
- Du darfst für dich einstehen.
- Du darfst Dinge unfair finden.
- Und du darfst deine Sichtweise haben.
Aber du musst nicht jeden inneren Kampf dauerhaft weiterführen, um wertvoll oder im Recht zu sein. Manchmal entsteht Frieden nicht dadurch, dass wir gewinnen, sondern dadurch, dass wir lernen loszulassen. Wenn dich Konflikte, Grübeln oder das Gefühl, ständig kämpfen zu müssen, stark belasten, begleite ich dich in meiner Praxis in Ulm gerne dabei, wieder mehr innere Ruhe und Klarheit zu finden.