Wenn die Angst zu versagen dein Leben klein macht – Wege zu mehr Mut und innerer Freiheit

Vielleicht kennst du Situationen…

in denen allein der Gedanke, etwas nicht gut genug zu machen, sofort Druck in dir auslöst. Dein Herz schlägt schneller, dein Kopf wird eng, und plötzlich taucht dieser Satz auf: „Ich darf keinen Fehler machen.“

Oder: „Was sollen die anderen von mir denken?“ Versagensangst wirkt oft leise von innen heraus.

Manchmal zeigt sie sich als Aufschieben, als Perfektionismus, als Rückzug oder als das Gefühl, ständig angespannt zu sein. Sie entsteht nicht, weil du unfähig bist, sondern weil du lernen musstest, Leistung mit Sicherheit zu verknüpfen.

Warum Versagensangst entsteht

Die Angst zu versagen hat selten etwas mit tatsächlicher Leistung zu tun. Sie entsteht durch:

  • frühere Erfahrungen mit Kritik oder hoher Erwartung

  • Druck, perfekt sein zu müssen

  • Angst vor Ablehnung oder Enttäuschung

  • das Gefühl, nur über Leistung wertvoll zu sein

  • Vergleiche mit anderen

  • innere Botschaften wie „Reiß dich zusammen“ oder „Du musst es alleine schaffen“

Versagensangst ist also ein Schutzmechanismus: Sie möchte verhindern, dass du dich blamierst, verletzt wirst oder negative Reaktionen erlebst. Doch dieser Schutz engt ein. Er verhindert Wachstum, Lebendigkeit und Selbstvertrauen.

Mini-Übung: Die Atempause vor der Bewertung

Wenn die Angst kommt, halte kurz inne.

  1. Atme langsam ein.

  2. Halte den Atem für 2–3 Sekunden.

  3. Atme noch langsamer aus.

Dann stelle dir eine einzige Frage: „Was wäre die kleinste Version dieser Aufgabe, die ich schaffen kann?“ Versagensangst möchte, dass du „groß“ funktionieren musst. Diese Übung erlaubt dir, klein anzufangen und das nimmt Druck.

Gedanken prüfen und entlasten (piKVT & The Work)

Hinter Versagensangst liegen Gedanken, die sich absolut wahr anfühlen:

  • „Ich darf mich nicht blamieren.“

  • „Andere sind besser als ich.“

  • „Wenn ich Fehler mache, bin ich wertlos.“

  • „Ich muss stark sein.“

  • „Ich darf niemanden enttäuschen.“

Diese Gedanken lösen körperliche Stressreaktionen aus – dein Nervensystem glaubt, es sei in Gefahr. In der Therapie überprüfen wir diese Gedanken behutsam: Ist das zu 100 % wahr? Wie reagierst du, wenn du diesen Gedanken glaubst? Wie würdest du handeln, wenn dieser Gedanke nicht da wäre? Aus „Ich darf keinen Fehler machen“ kann langsam werden: „Ich darf lernen.“ Aus „Andere sind besser als ich“

kann werden: „Ich bin anders und das ist okay.“ Aus „Ich werde versagen“ kann werden: „Ich kann mich ausprobieren.“ Mit jedem hinterfragten Gedanken entsteht ein Stück Freiheit.

Zum Mitnehmen

Versagensangst zeigt nicht deine Schwäche, sondern deine Verletzlichkeit – und deinen Wunsch, sicher zu sein. Du musst nicht alles perfekt machen. Du darfst Fehler haben. Du darfst anfangen, bevor du bereit bist. Wenn du spürst, dass Versagensangst dich im Alltag, im Beruf oder in Beziehungen blockiert, begleite ich dich in meiner Praxis in Ulm gerne Schritt für Schritt auf dem Weg zu mehr Mut und innerer Leichtigkeit.

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