Wenn Veränderungen Angst machen – Wege zu mehr innerer Sicherheit

Vielleicht gibt es einen Gedanken in dir…

der immer wieder auftaucht, wenn sich etwas in deinem Leben bewegen könnte: „Was, wenn ich das nicht schaffe?“ „Was, wenn alles schlimmer wird?“ Oder auch: „Ich weiß nicht, was auf mich zukommt – und das macht mir Angst.“ Veränderungen sind ein natürlicher Teil des Lebens. Und doch fühlen sie sich für viele Menschen bedrohlich an. Selbst positive Veränderungen – ein neuer Job, eine Beziehung, ein Umzug, ein Neuanfang – können Unsicherheit auslösen. Die Angst entsteht selten wegen der Veränderung selbst.

Sondern wegen dem, was wir denken, dass sie mit sich bringen könnte.

Warum Veränderungen Angst auslösen

Unser Gehirn liebt Stabilität. Unbekanntes bedeutet: keine klare Vorhersage, kein vertrauter Ablauf, keine automatische Sicherheit. Deshalb bewertet dein inneres System eine Veränderung oft als Risiko – sogar dann, wenn sie etwas Gutes bringen könnte. Typische Gedanken sind:

  • „Ich verliere die Kontrolle.“

  • „Ich könnte scheitern.“

  • „Ich weiß nicht, was mich erwartet.“

  • „Ich werde überfordert sein.“

  • „Ich kann mich nicht mehr orientieren.“

Die Angst zeigt also nicht, dass etwas falsch ist, sondern dass dein System gerade versucht, dich zu schützen. Doch Schutz bedeutet nicht immer Wahrheit.

Mini-Übung: Die Ressourcenbrücke

Diese Übung hilft dir, dein Vertrauen zu stärken, indem du auf die Vergangenheit schaust. Nimm dir einen Moment. Atme einmal tief ein und aus. Dann stelle dir folgende Fragen:

  1. Welche Veränderung habe ich in meinem Leben bereits bewältigt?

  2. Was hat mir damals geholfen?

  3. Welche dieser Stärken habe ich auch heute noch?

Schreib 2–3 Stichpunkte auf. Diese Rückschau erinnert dich daran: Du hast Fähigkeiten, die du vielleicht vergessen hast. Und sie stehen dir heute genauso zur Verfügung wie damals.

Gedanken liebevoll prüfen 

In der Therapie schauen wir gemeinsam auf die Gedanken, die deine Angst verstärken:

  • „Ich darf keine Fehler machen.“

  • „Ich muss wissen, wie es ausgeht.“

  • „Ich kann Veränderungen nicht gut.“

  • „Ich werde das nicht schaffen.“

Diese Gedanken wirken absolut, aber sie sind keine Tatsachen. Wir erforschen sie behutsam mit Fragen wie:

Ist dieser Gedanke zu 100 % wahr? Wie reagiert dein Körper, wenn du ihn glaubst? Wer wärst du ohne diese Vorstellung? Aus „Ich werde überfordert sein“ kann langsam werden: „Ich werde mich Schritt für Schritt orientieren.“ Aus „Ich muss alles im Griff haben“ wird: „Ich darf neugierig sein und lernen.“ Aus „Veränderungen sind zu viel für mich“ entsteht: „Ich habe schon viele Veränderungen geschafft – und ich kann wachsen.“ Veränderungen brauchen weniger Mut, als wir denken. Meist brauchen sie nur einen neuen Gedanken über uns selbst.

Zum Mitnehmen

Angst vor Veränderungen ist kein Zeichen von Schwäche. Sie zeigt, dass du etwas Wertvolles bewahren willst – Sicherheit, Stabilität, Orientierung. Du darfst lernen, Veränderung als Bewegung zu sehen statt als Bedrohung. Du darfst dir selbst zutrauen, neue Wege zu gehen. Und du darfst Unterstützung annehmen, wenn sich der Weg schwer anfühlt. Wenn du gerade vor einer Veränderung stehst oder merkst, dass du innerlich blockiert bist, begleite ich dich in meiner Praxis in Ulm gerne einfühlsam durch diesen Prozess.

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