Vielleicht kennst du Situationen…
in denen du gedanklich in der Zukunft bist. Nicht morgen oder nächsten Monat, sondern in einem bestimmten Moment, der dich beschäftigt:
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ein Gespräch, das bevorsteht
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ein Ereignis, vor dem du Angst hast
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eine Entscheidung, die irgendwann Folgen haben könnte
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ein Wunsch oder Ideal, das du erreichen willst
Und während du innerlich immer wieder dorthin wanderst, merkst du, wie du die Gegenwart kaum noch wahrnimmst. Dein Körper ist hier, aber deine Gedanken sind weit voraus. Ob positiv oder negativ, der „eine Moment in der Zukunft“ hat Macht. Weil er Gefühle auslöst, die eigentlich jetzt gar nicht real sind.
Warum Zukunftsfilme so stark wirken
Unser Gehirn unterscheidet nur schwer zwischen Vorstellung und Realität. Wenn du dir ein zukünftiges Szenario lebhaft ausmalst, passiert Folgendes:
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dein Körper reagiert, als wäre es jetzt
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Stresshormone steigen
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Anspannung baut sich auf
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Angst oder Druck entstehen
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oder du idealisierst etwas so stark, dass die Gegenwart weniger wert erscheint
Manchmal entsteht sogar das Gefühl, „durchhalten“ zu müssen, bis dieser zukünftige Moment vorbei ist – oder endlich eintritt. Doch Zukunftsfilme sind gedankliche Konstrukte. Sie basieren selten auf Fakten, sondern auf Befürchtungen, Erwartungen oder Hoffnungen. Und sie nehmen uns die Fähigkeit, präsent zu sein.
Mini-Übung: Die Gegenwartsverankerung in 90 Sekunden
Diese kurze Übung hilft dir, aus dem Zukunftsmodus zurück in die Realität zu kommen.
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Schau dich im Raum um und nenne drei Dinge, die du siehst.
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Spüre deine Füße auf dem Boden.
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Atme bewusst einmal langsam ein und aus.
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Frag dich:
„Was ist jetzt, in diesem Moment, tatsächlich wahr?“
Nicht morgen. Nicht später. Nur jetzt. Diese simple Frage holt dich aus der Vorstellung zurück in die Wirklichkeit.
Gedanken liebevoll überprüfen (piKVT & The Work)
Viele Menschen erleben starke innere Belastungen, weil sie Zukunftssätze glauben wie:
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„Ich werde das nicht schaffen.“
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„Das Gespräch wird schlimm werden.“
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„Wenn das passiert, bricht alles zusammen.“
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„Erst dann kann ich glücklich sein.“
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„Ich muss mich vorbereiten, sonst passiert etwas Schlimmes.“
Diese Gedanken wirken plausibel, aber sie sind oft keine Tatsachen. Mit piKVT und The Work schauen wir: Ist dieser Gedanke wirklich wahr? Was macht er mit deinem Körper? Wer wärst du ohne diese Zukunftsprojektion? Aus „Ich werde das nicht schaffen“ kann Schritt für Schritt werden: „Ich weiß noch nicht, wie es wird – aber ich kann mir zutrauen, präsent zu bleiben.“ Aus „Wenn dieser Moment kommt, geht es mir schlecht“ kann werden: „Ich kann nur diesen Moment hier beeinflussen – und in ihm gut für mich sorgen.“ Zukunftsangst löst sich nicht dadurch, dass du die Zukunft kontrollierst,
sondern indem du die Gegenwart stärkst.
Zum Mitnehmen
Zukunftsszenarien fühlen sich mächtig an – doch sie sind nicht real. Sie entstehen in deinem Kopf und dürfen dort auch wieder kleiner werden. Du darfst lernen:
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dich weniger von Vorstellungen bestimmen zu lassen
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innere Filme zu erkennen, bevor sie dich überrollen
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Schritt für Schritt wieder in das zurückzukehren, was wirklich existiert: der jetzige Moment
Wenn du das Gefühl hast, dass Zukunftsängste oder gedankliche Vorwegnahmen deinen Alltag belasten, begleite ich dich in meiner Praxis in Ulm gerne auf deinem Weg zurück in die Gegenwart. Melde dich jederzeit für ein Erstgespräch.