Vielleicht kennst du die Angst, beobachtet oder bewertet zu werden?
das Herz beginnt zu klopfen, die Hände werden feucht, der Kopf wird leer. Schon der Gedanke daran, vor anderen zu sprechen oder im Mittelpunkt zu stehen, löst Unbehagen aus. Du würdest dich am liebsten unsichtbar machen. Soziale Angst ist weit verbreitet, doch nur selten sprechen wir offen darüber.
Was hinter der Angst steckt
Die Angst vor Bewertung hat ihren Ursprung oft in alten Erfahrungen, vielleicht wurdest du früher kritisiert, ausgelacht oder hattest das Gefühl, nicht richtig zu sein. Dein Körper erinnert sich daran und reagiert, als stünde wieder etwas auf dem Spiel: dein Wert, deine Zugehörigkeit, deine Sicherheit. Doch soziale Angst bedeutet nicht, dass du schwach bist. Im Gegenteil sie zeigt, wie feinfühlig und aufmerksam du bist. Du nimmst Stimmungen, Erwartungen und Reaktionen sehr genau wahr und genau diese Sensibilität kann, richtig verstanden, zu einer Stärke werden.
Wie du den Kreislauf durchbrechen kannst
Der Versuch, die Angst zu vermeiden, hält sie am Leben. Je mehr du Situationen meidest, desto stärker wird das Gefühl, sie nicht aushalten zu können. Der Weg hinaus führt über kleine, behutsame Schritte hinein mit Verständnis statt Druck. Es geht nicht darum, die Angst zu besiegen, sondern dich an ihrer Seite sicher zu fühlen. Denn Angst verliert ihre Macht, wenn du aufhörst, sie als Feind zu sehen.
Eine kleine Übung: Schrittweise Vertrauen aufbauen
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Stell dir eine Situation vor, in der du dich beobachtet fühlst. Zum Beispiel beim Vorstellen in einer Gruppe. Spür, was in deinem Körper passiert.
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Atme ruhig ein und aus und sag dir: „Ich darf aufgeregt sein und trotzdem hier bleiben.“
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Wiederhole diese Übung in kleinen realen Momenten. Ein kurzer Blickkontakt, ein Wort in einer Runde, ein kleines Gespräch. Jeder Schritt ist ein Erfolg.
Mit der Zeit wird dein Nervensystem lernen, dass du sicher bist, auch wenn Aufmerksamkeit auf dir liegt.
Zum Mitnehmen
Soziale Angst will dich nicht klein halten, sie will dich beschützen. Wenn du lernst, ihr zuzuhören, ohne ihr auszuweichen, entsteht Vertrauen in dich selbst und in andere. Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern dich trotz Angst zu zeigen. In meiner Praxis in Ulm begleite ich dich dabei, soziale Ängste zu verstehen, Selbstvertrauen aufzubauen und dich Schritt für Schritt wieder frei in Begegnungen zu fühlen.